mehr als wohnen

Eine genossenschaftliche Tradition

Schon in den Anfängen der Genossenschaftsbewegung spielte Kunst eine wichtige Rolle. Die architektonischen, plastischen oder bildnerischen Werke an Genossenschaftssiedlungen brachten zum Ausdruck, dass alle Menschen ein Recht auf Bildung und Kunst und damit Anteil an den zivilisatorischen Errungenschaften der Gesellschaft haben. Auch die Stadt Zürich verpflichtet die Genossenschaften im Rahmen von Baurechtsabgaben, ein halbes Prozent der Bausumme in Kunst und Bau zu investieren. Die Baugenossenschaft mehr als wohnen sieht ihr Engagement als Weiterentwicklung einer langen Tradition. Kunst ist Teil unserer Kultur und ein Beitrag zum Leben in einem Quartier. 

«Monociel»: Das Wandgemälde an der Hagenholzstrasse 106

 

mehr als wohnen suchte im Frühjahr 2018 für das Hunziker Areal in Zürich Nord eine künstlerische Idee für ein Wandgemälde. Über 100 Eingaben erreichten mehr als wohnen - herzlichen Dank an alle Teilnehmenden! Umgesetzt wurde nun das Projekt "Monociel" von Kevin Benz und Enrico Pegolo. "Monociel" geht über das Gemalte hinaus; es öffnet mittels der dazugehörigen "Monociel"-App digitale Räume unter dem Hashtag #hunzikerareal. Die App steht ab sofort zum Download bereit, auf iTunes und im Playstore. Ausserdem ist zum Wettbewerb und als Rückblick auf sieben Jahre Kunst und Bau die Publikation "Das Wandgemälde" erschienen. Sie liegt gratis an der Réception auf.

Vernissage Wandgemälde (23. September 2018)

alle Fotos (c) Lucas Ziegler

«Neuer Norden Zürich»: DIE GLOCKE auf dem Hunziker Areal

Im Rahmen des Kunstfestivals "Neuer Norden Zürich" realisierten die Künstler "Baltensperger + Siepert" auf dem Hunziker Areal ein Kunstprojekt: Eine Glocke wurde gegossen und am Riedgraben im Boden installiert. Vorab wurde auf dem Areal Aluminium für die Glocke gesammelt. Dazu wurde ein Container auf dem Hunzikerplatz aufgestellt. Am Abend des 25. August dann wurde das Aluminium feierlich zu einer Glocke gegossen. Den Prozess bis zur Glocke dokumentieren die Künstler auch auf ihrem Instagram-Account.

Auch die IG Pro 12 hat den Entstehungsprozess filmisch begleitet. Auf ihrer Website ist der Film zu sehen: http://ueberlandparktv.blogspot.com/2018/09/blog-post.html

Alle Fotos (c) Eva Linder.

message salon embassy Zürich Nord

Vom 12. August 2017 bis 31. Oktober 2018 findet die Phase 3 unseres Auftrags zur Kunst am Bau statt. Die Kunstkommission von mehr als wohnen hat für diese dritte und letzte Etappe die Schweizer Künstlerin und Kuratorin Esther Eppstein gewinnen können. Vorwiegend junge, internationale Kunstschaffende sind als artists in residence eingeladen, auf dem Hunziker Areal für jeweils drei Monate zu leben und zu arbeiten. Die Galerie am Dialogweg 6 ist in dieser Zeit die message salon embassy, Künstleratelier und gelegentlichen auch ein Veranstaltungsraum. Es finden öffentliche Präsentationen, Zusammenkünfte, Performances oder Künstlergespräche statt. 

Artists in Residence: 

21. August bis 5. November 2017: Sandro Sulaberidze und Ninutsa Shatberashvili, Art Collective Obscura, Tiflis (Georgien)

12. November 2017 bis 28. Januar 2018: Rafał Pierzyński, divas (Polen)

5. Februar bis 22. April 2018: Daniela Palimariu, Sandwich Gallery, Bukarest (Rumänien)

30. April bis 15. Juli 2018: Desislava Pancheva, Hip Hip Library, Sofia (Bulgarien)

23. Juli bis 7. Oktober 2018: Adnan Softić, Hamburg (Deutschland)

Social Urban Zone SUZ

Das Kunstprojekt Social Urban Zone von Frank und Patrik Riklin ist eine spielerische Versuchsanordnung zur Verunüblichisierung des Alltags und wurde in der Phase 2 der Kunst und Bau Aktivitäten im Hunziker Areal installiert. Zentraler Kleinst-Eingriff ist ein Trinkbrunnen, welcher nur so gut fliesst, wie sich die Menschen auf die Idee der Social Urban Zone einlassen. Mehr zur Social Urban Zone erfahren Sie unter diesem Link.

Foto AfS, Patrik Riklin

mehr als kunst von Kafi Freitag

2011 bis 2014 betrieb Kafi Freitag im Auftrag der Baugenossenschaft mehr als wohnen den Blog MEHR ALS KUNST. Während der Entstehungs- und Bauphase des Hunziker Areals bloggte und kommentierte die Künstlerin die Geschehnisse und zeigte der Öffentlichkeit ihren Blick auf das, was sich in Zürich-Leutschenbach entwickelte.

PlayMobile: Irene Grillo und Stefan Wagner intervenieren

Im März 2011 stellten sich im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung unter dem Titel Brache sucht Kunst im Cabaret Voltaire fünf Kurator/innen vor. Irene Grillo und Stefan Wagner wurden nominiert, und von Juni 2011 bis April 2012 realisierten sie unter dem Titel PlayMobile diverse Interventionen auf dem Areal – das sich nicht wirklich als Brache, sondern als zu weiten Teilen bereits vereinnahmt zeigte. Ein Circus war dort einquartiert, Besetzer/innen hatte sich niedergelassen. Das Duo lancierte teils ironisch gemeinte, teil kritische, teil poetische Aktivitäten - liess ein Trüffelschwein übers Gelände laufen, eine Wohnung verlosen, eine Sängerin die Brache besingen oder auf angrenzendem Gelände Wohnende mit Kreide Ratschläge für die neuen Bewohner/innen aufs Strassenpflaster schreiben. Eine anschliessende Publikation hätte die Interventionen analysieren und kontextualisieren sollen – konnte leider aber nicht mehr realisiert werden.