mehr als wohnen

Geschichte

Eine Innovations- und Lernplattform

Wie wohnen wir morgen? Diese Frage stand am Anfang eines mehrjährigen Prozesses, der 2007 unter dem Motto «100 Jahre mehr als wohnen» in Gange gesetzt wurde. Damals feierten die Stadt Zürich und die Genossenschaften das Jubiläum des gemeinnützigen Wohnungsbaus. Die Genossenschaften blickten sowohl auf eine erfolgreiche 100-jährige Geschichte wie auch auf einen 20-jährigen Innovationsschub zurück. Sie nutzten den Anlass, um Altbewährtes zu reflektieren und um Neues zu wagen.

In einem international ausgeschriebenen Ideenwettbewerb wurden Visionen für den gemeinnützigen Wohnungsbau entwickelt. Der rege Austausch der vielen Beteiligten aus allen möglichen Disziplinen mündete nicht nur in einem intensiven Dialog über den Begriff Quartier, über neue Wohnformen und die Gesellschaft im urbanen Raum von morgen, sondern auch in der Gründung der Baugenossenschaft mehr als wohnen – der Genossenschaft der Genossenschaften. Mit dieser Gründung schufen die Genossenschaften im Dezember 2007 ihre eigene Vision: mehr als wohnen sollte Innovations- und Lernplattform für den gemeinnützigen Wohnungsbau werden.

2008 lancierten das Amt für Hochbauten der Stadt Zürich und mehr als wohnen einen internationalen Architekturwettbewerb, in dem wegweisende architektonische Lösungen für ein zukunftsweisendes Quartier aufgezeigt werden sollten. Von den knapp 100 eingereichten Projekten wurden 26 ausgewählt, ein städtebauliches Konzept für das Hunziker Areal und einen Entwurf für ein einzelnes Haus zu entwickeln. Parameter des Architekturwettbewerbes waren neue Wohnformen, die Normen der 2000-Watt-Gesellschaft, Generationenwohnen, günstiger Wohnraum sowie Optimierungen im Planungs- und Bauprozess.

Die Jury zeichnete das städtebauliche Projekt der ARGE Duplex und Futurafrosch aus. Die Arbeiten von Müller Sigrist Architekten AG, das Architekturbüro Miroslav Šik und pool Architekten erhielten Auszeichnungen für die Einzelgebäude sowie Müller-Illien Landschaftsarchitekten für die Umgebung. Zwei wichtige Prinzipien aus dem Ideenwettbewerb prägten auch die weitere Entwicklung von mehr als wohnen: Dialog und Partizipation. Es folgte ein halbjähriger Dialogprozess zwischen den Teams der Siegerprojekte, der Jury und weiteren Beteiligten, in welchem das Projekt Hunziker Areal weiter ausgearbeitet und entwickelt wurde.

Im Dialogprozess stand die Frage im Vordergrund: Wie kann ein Quartier und nicht «nur» eine Siedlung entstehen? Es wurden Gebäudetypologien und -strukturen, der Nutzungsmix von Wohnen und Arbeiten sowie der Bezug zwischen Innen und Aussen ausgehandelt und entwickelt. Bis Baubeginn 2012 lag ein ausgereifter Entwurf eines ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen Quartierteils vor.

Heute wird die Baugenossenschaft mehr als wohnen getragen durch 55 Zürcher Wohnbaugenossenschaften sowie die Bewohnenden des Hunziker Areals und weiteren juristischen und privaten Personen. mehr als wohnen sieht sich auch weiterhin als Katalysator und Innovations- und Lernplattform für den gemeinnützigen Wohnungsbau von morgen.

Meilensteine